Pflegeleitbild

Unsere Pflege orientiert sich am Pflegemodell nach Monika Krohwinkel. Diesem Modell liegt das Ziel zugrunde, die Unabhängigkeit und das Wohlbefinden pflegebedürftiger Personen zu fördern und zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen ist es unabdingbar, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen, und bei der Realisierung der Aktivitäten des Lebens unterstützend tätig zu sein. Diese Aktivitäten sind wie folgt definiert:

1. Kommunizieren

Erkennen, über welche Wege die einzelnen Bewohner kommunizieren, um mit ihnen eine Beziehung aufzubauen, welche Grundlage für die Grund- und Versorgungspflege ist. Sei es verbale Kommunikation oder Kommunikation über Mimik, Schmerzäußerungen, Schrift und Emotionen; nur wenn erkannt wird, was der Pflegebedürftige ausdrücken möchte, und er dabei gezielt gefördert wird, gelingt eine ganzheitliche & qualitativ hochwertige Pflege.

2. Sich bewegen

Das Fördern und Unterstützen der Beweglichkeit der Bewohner, sowie Hilfestellung geben beim Aufstehen, Hinsetzen, Hinlegen, Gehen & ändern der Sitz- oder Liegeposition unter Berücksichtigung körperlich eingeschränkter Stellen.

3. Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten

Förderung und Überwachung der Atemfähigkeit, des Blutkreislaufes und der Wärmeregulation, sowie das Erkennen von Symptomen, die oben genannte Funktionen beeinträchtigen.

4. Sich pflegen

Erkennen, ob sich der Pflegebedürftige selbst waschen und pflegen kann. Anhand dieser Beobachtung einschätzen, in welchem Maße und in welcher Form eine Hilfestellung nötig ist.

5. Essen und Trinken

Essen und Trinken sind Formen von Genuss. Es wird darauf geachtet, ob der Pflegebedürftige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme als Genuss empfindet. Daher berücksichtigen wir individuelle Gewohnheiten: Wie viel isst der Bewohner? Was isst der Bewohner gern? Welche Einschränkungen aufgrund medizinischer Diagnosen bestehen (fehlende Koordination von Besteck, Zahnlosigkeit, Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, Schluckstörungen, Allergien, Unverträglichkeiten)?

6. Ausscheiden

Die Kontinenz der Bewohner wird gefördert und unterstützt. Bei Inkontinenz werden entsprechende Hilfsmittel und ärztlich verordnete Therapieansätze zur Bewältigung und Besserung genutzt. Auf die Menge und den Rhythmus der Ausscheidungen wird geachtet, Anzeichen von etwaigen Störungen oder Infektionen werden erkannt.

7. Sich kleiden

Das Pflegepersonal achtet die individuellen Vorlieben des Pflegebedürftigen bezüglich seiner Kleidung, und wann er die Kleidung wechseln möchte.

8. Ruhen und Schlafen

Die Förderung eines gesunden Schlafrhythmus, sowie das Berücksichtigen und Einbeziehen von Vorlieben einzelner Bewohner bezüglich ihres Bedarfs an Schlaf und Ruhe. Das Pflegepersonal achtet auf die Dauer und Qualität des Schlafs.

9. Sich beschäftigen

Welche Art der Beschäftigung bevorzugt der Pflegebedürftige, wie gestaltet er seinen Tag, wie kann er bei der Umsetzung seiner Wünsche im Alltag unterstützt werden? Das Personal steht den Bewohnern unterstützend bei der Realisierung der eigenen Wünsche zur Seite, die soziale Betreuung im Haus führt täglich diverse Gruppen- und Einzelangebote durch, die den Interessen und Fähigkeiten der Bewohner entsprechen.

10. Sich als Mann oder Frau fühlen

Die Pflegenden unterstützen und fördern die Selbstwahrnehmung der Pflegebedürftigen, können deren Sexualität akzeptieren, und bei Störungen im Nähe-Distanz Verhalten mit ihnen reflektieren.

11. Für eine sichere Umgebung sorgen

Eine sichere Umgebung ist eine Umgebung, die auf den Pflegebedürftigen abgestimmt ist, und seinen Bedürfnissen entspricht. Dazu gehören die Gestaltung des Wohnbereiches, das Bereitstellen von Hilfsmitteln um orientiert durch den Alltag zu kommen (Radio, Fernseher, Uhr, Kalender, Zeitung), Verletzungen durch Sturz vorbeugen und eine Atmosphäre von Sicherheit und Verständnis zu schaffen.

12. Soziale Bereiche des Lebens sichern

Das Pflegepersonal steht dem Pflegebedürftigen beim Aufrecht erhalten seiner sozialen Kontakte unterstützend zur Seite. Der Kontakt zu Freunden, Familien und Arbeitskollegen ist ein primärer Faktor bei der Frage nach dem Wohlbefinden. Bestehen bei den Bewohnern Sorgen bezüglich ihres privaten Umfelds, so wirkt auch hier das Pflegepersonal als Gesprächspartner und Krisenhelfer.

13. Mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen

Sich mit Themen wie Angst, Trauer, Einsamkeit, Schmerzen, Krankheit und Tod auseinandersetzen, dem Pflegebedürftigen Raum bieten, sich dazu zu äußern, ihm zuhören. Gleichzeitig sollten Erfahrungen wie Freude, Wohlbefinden, Humor und Vertrauen unterstütz werden.

Unser Pflegeteam arbeitet mit Hingabe auf die Förderung und Unterstützung der 13 Aktivitäten des Lebens hin. Sie stützen ihre Arbeit auf ein umfangreiches Fachwissen, welches sie in regelmäßig stattfindenden Fortbildungen erweitern und ergänzen. Im täglichen Austausch werden die individuellen Situationen der Bewohnerinnen und Bewohner reflektiert und evaluiert, ein wichtiger Schritt um zu gewährleisten dass alle Pflegekräfte auf dem aktuellsten Informationsstand sind.